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Solange ich hören und sehen kann, wird Elvis mich begleiten
Es war im Jahr 1960: Als Teenager wurde ich langsam zur regelmäßigen Leserin der Jugendzeitschrift „Bravo“. Da, wo vorwiegend Lex Barker, Freddy Quinn, Rex Gildo usw. vertreten waren, tauchte immer wieder auch ein gewisser Elvis Presley auf. Die Bilder von ihm waren toll, der Typ gefiel mir, mehr war da aber anfangs nicht. Als dann später die „Beatles“ kamen, wurde ich für einige Jahre total in deren Bann gezogen. Und doch habe ich immer wieder versucht, auch alles zu erfahren, was über Elvis geschrieben wurde. Als ich 1967 von seiner Hochzeit las, habe ich mich für ihn gefreut. Er hatte das hübscheste Mädchen geheiratet, das man sich vorstellen konnte. Sie passte so gut zu ihm. Priscilla habe ich beneidet. Mit dem 1968er „Comback-Special“ gewann Elvis dann mein Herz vollends. Umso trauriger war ich, als seine Ehe 1973 geschieden wurde. Ich fragte mich, wie kann eine Frau diesen tollen Mann verlassen. Heute dagegen verstehe ich besser, warum Priscilla ihr Leben nicht länger mit Elvis teilen konnte. Im selben Jahr stand für mich durch „Aloha From Hawaii“ fest, dass Elvis trotz der Scheidung immer noch mitten im Leben stand. Er begeisterte die Fans weltweit mit dieser grandiosen Show. Für mich war er spätestens ab da absolut der Größte. Elvis gehörte einfach zu meinem Leben, so wie er auch zum Leben einer Kollegin in meiner Firma gehörte, was ich da aber noch gar nicht wusste.

Als ich am 17. August 1977 morgens in die Firma kam, fand ich diese Kollegin weinend vor. Ich dachte zunächst, in ihrer Familie sei vielleicht etwas Schlimmes geschehen. Als sie auf meine Frage allerdings antwortete „Ja, weißt Du es denn noch gar nicht, Elvis ist gestorben“, war ich völlig platt. Also war auch sie ein Fan. Zugleich traf die Nachricht mich wie ein Hammer! Von da an waren es Zwei, die in der Firma weinten, wenngleich von den Anderen belächelt. Es machte uns nichts aus. Wir waren bis dahin nicht so eng miteinander gewesen, aber plötzlich verband uns etwas, die Trauer um Elvis. Diese Verbindung hielt über Jahre. Im vergangenen Jahr habe ich die Kollegin wieder getroffen, wir hatten uns bestimmt 10 Jahre nicht gesehen. Aber das Erste bei unserem Wiedersehen war: „Weißt Du noch, wie wir zusammen über den Tod von Elvis geweint haben?“

Ab jenem August-Tag im Jahr 1977 war es jedenfalls endgültig um mich geschehen. Von da an galt für mich nur noch, alles über Elvis zu sammeln, was ich nur bekommen konnte. Jedes Bild, jeden Zeitungsartikel, alles habe ich ausgeschnitten und fein säuberlich in Ordnern gesammelt. Neun Ordner wurden es, die ich mit der Zeit anlegte. Während dessen lag mein Mann mit einem komplizierten Beinbruch für längere Zeit im Krankenhaus. Meine Tage sahen damals so aus: Krankenbesuch, danach Plattenläden. Ich habe sie alle abgeklappert, um nur ja jede verfügbare Platte zu bekommen. An den Abenden bin ich in jedes Kino gegangen, ob in meiner Stadt oder irgendwo anders. Ich fuhr überall hin, wo ein Elvis-Film gezeigt wurde. Bis dahin hatte ich ihn ja kaum gesehen. Zugegeben, manche Filme fand ich im Nachhinein blöd. Einige wenige jedoch waren wirklich gut. Elvis selbst hat ja einmal gesagt, dass ihn im Lauf der Zeit die öden Drehbücher fast krank gemacht haben.

Für mich gab es damals nur Elvis und nichts als Elvis. Fast hätte ich darüber meinen Mann ein bisschen vernachlässigt. Aber Eines ist sicher, diese Begeisterung hat mir in dieser Zeit auch über viele Sorgen wegen des schlimmen Unfalles meines Mannes hinweggeholfen. Seit dieser Zeit hüte ich übrigens auch einen besonderen Schatz: Eine Dankeskarte der Familie Presley auf meinen Kondolenzbrief. Ich hatte damals das Bedürfnis, meine Trauer und meinen Schmerz über Elvis’ Tod auch gegenüber der Familie zum Ausdruck zu bringen. Mir war klar, dass solche Schreiben sicher zu Tausenden in Graceland eingehen würden, und ich war nicht sicher, ob meinen Brief jemals jemand lesen würde. Doch eines schönen Tages war sie da, die Antwort aus Graceland! Die Familie bedankte sich! Ich war und bin darüber noch heute überglücklich. Ich habe etwas, das von dort kommt, wo Elvis zu Hause war!

Elvis hat mein Leben aber auch noch auf eine andere Weise grundlegend verändert. Er war der Grund dafür, dass ich Englisch lernte. Ich wollte einfach seine Texte verstehen. Und schließlich haben meine Englischkenntnisse mir in der Firma den Job der Auslandskorrespondentin ermöglicht. Dank Elvis! Leider kam ich allerdings zu spät in die USA, um mit meiner dort lebenden Cousine (die Elvis schon getroffen hatte!) ein Konzert des King zu besuchen. Doch in Las Vegas wollte ich mich Elvis trotzdem so nahe wie möglich fühlen. Wir standen damals vor dem „Hilton Hotel“, und ich wäre zu gerne hineingegangen. Leider mussten wir im Bus der Stadtrundfahrt sitzen bleiben, weil lediglich noch ein paar Gäste zustiegen, bevor es weiterging. So blieb mir nur, auf all die Fenster zu schauen und mich zu fragen, wo denn Elvis zu Lebzeiten wohl gewohnt hatte. Aber der Gedanke allein war schon schön: Hier war Elvis gewesen! Während der nächsten Tage ließ ich es mir nicht nehmen, das „Aladdin“ zu besuchen. Nichts hielt mich davon ab, auch nicht mein Mann, der meinte: „Die lassen uns da doch gar nicht hinein.“ Haben sie doch! Ich habe mir alles angesehen, und da war dieses Gefühl noch stärker: Ich war da, wo Elvis schon gewesen war, ja sogar dort, wo er geheiratet hatte! Toll, das war ein schönes Gefühl!

In Deutschland habe ich einige Imitatoren gesehen. Es war irgendwie aufregend, und ich tat auch, was viele Fans während einer Show machten: Ich ging an die Bühne, bat um seinen Schal und bekam einen Kuss. Über der Freude stand allerdings die Traurigkeit, weil ich wusste, es war eben nicht Elvis, und mit ihm würde ich das niemals mehr erleben können.

Im Lauf der letzten 50 Jahre habe ich stapelweise Bildbände gesammelt, habe 9 Filme von Elvis auf DVD gekauft, viele Bücher über ihn gelesen und 18 Dokumentationen gesehen. Darin befanden sich viele Interviews mit Mitarbeitern und Weggefährten wie Sam Phillips, den „Imperials“, den „Sweet Inspirations“, dem „Stamps Quartet“, Charlie Hodge und Larry Geller, der übrigens die am meisten berührenden Dinge über Elvis erzählen konnte. Ich glaube, er kannte Elvis, wie er wirklich war. Er kannte vermutlich den Menschen Elvis besser als jeder Andere in seinem Umfeld. All das brachte wiederum auch mir den Menschen Elvis näher, deshalb glaube ich, ihn mittlerweile so gut wie einen nahen Verwandten zu kennen. Ich sah auch die DVD über die Show, die anlässlich des 25. Todestages von Elvis in der „Pyramid Arena“ in Memphis aufgeführt wurde. Es waren alle da, die Original-Musiker und die Original-Chöre. Und Elvis wurde dank heutiger technischer Möglichkeiten auf Großleinwand wieder auf die Bühne geholt. Die Menschen waren begeistert und ich ebenso. Es war, als sei Elvis tatsächlich wieder auferstanden. Diese DVD ist ein Muss für jeden Fan!

Gesehen habe ich auch Ausschnitte der letzten Elvis-Tournee von 1977 aus dem TV-Special „Elvis In Concert“. So weit ich weiß, wird das gesamte Special nicht freigegeben von EPE. Zu schmerzhaft für die Fans? Wer weiß. Ehrlich, die Aufnahme von seinem letzten „My Way“ konnte ich nicht sofort ganz ansehen. Ich musste so dermaßen weinen, ich habe es weggeklickt – zunächst. Nach mehreren Versuchen habe ich es dann doch geschafft, bis zum Schluss hinzuschauen. Es kam mir fast so vor, als hätte Elvis geahnt, dass er zum letzten Mal auf der Bühne steht. Dann kam „Unchained Melody“. Mein Gott, er hatte solche Mühe, zu atmen und zu sprechen. Es tat so weh, ihn so zu sehen. Doch dann kam da diese Stimme! Es hat mich umgehauen!! Einfach fantastisch! Aber man hat gesehen, dass es Elvis überhaupt nicht gut ging. Und ich fragte mich: Du meine Güte, wie kann man einen Menschen in diesem Zustand auf die Bühne stellen? Gesehen durch die Augen der Liebe hätte man Elvis am liebsten in die Arme genommen und gesagt: „Elvis, hör auf, komm zu Dir, nimm Dir eine längere Auszeit und werde gesund. Wir warten auf Dich und werden Dich nicht vergessen, sondern freuen uns, wenn Du gesund wiederkommst.“ Doch so müssen wir jetzt nach jenem 16. August 1977 ohne ihn leben, nur mit der Erkenntnis, dass er nicht wiederkommen wird, nie mehr!

Irgendwie freue ich mich aber auch für Elvis, dass sein Herz diesen Wahnsinn nicht mehr mitgemacht hat. Er hat jetzt die Ruhe, die man ihm zu Lebzeiten nicht gegönnt hat. Ich bin sicher, in der anderen Welt singt er auch wieder, vielleicht zusammen mit J. D. Sumner, dessen tiefe Stimme ihn so sehr begeistert hat. Ich denke, Elvis’ schlimmstes Schicksal war, dass seine Mutter Gladys so früh gestorben ist. Mit ihr an seiner Seite wäre Vieles vielleicht nicht passiert, sie hätte auf ihn aufgepasst, und er hätte auf sie gehört. Nur auf sie! Aber es ist, wie es ist. Wir müssen ohne unseren geliebten Elvis leben, doch in unseren Herzen bleibt er lebendig, da heißt es „Elvis forever“! Mich begleitet Elvis jeden Abend in den Schlaf, fast schon zum Leidwesen meines Mannes, der übrigens sagt, ich sei ein Hardcore-Fan. Jeden Abend muss ich einige Gospel-Videos schauen, bevor ich schlafen gehe. Elvis gehört nun einmal fest zu meinem Leben, so ist es seit 50 Jahren, und so wird es bleiben. Solange ich hören und sehen kann, wird Elvis mich begleiten und in Gedanken an meiner Seite sein.
Marie Kaluza (Mühldorf)







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