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FAN-STORIES

Über 60 Jahre lang ein Leben mit Elvis
Wir schrieben das Jahr 1956. Ich war 16 Jahre alt, als ich zum ersten Mal den Namen Elvis Presley hörte. Nach der Arbeit traf ich mich immer mit Freunden, um mit unseren Mopeds einige Runden zu drehen. Plötzlich fing einer an, ein Lied in einem völlig unverständlichen Text zu singen. Natürlich fragten wir, was das denn sei, was er da so von sich gebe. „Ja, kennt Ihr denn nicht Elvis Presley mit ‚Blue Suede Shoes’?“, lautete seine erstaunte Antwort. Keiner von uns hatte bis dato den Namen je gehört. Nun war es so, dass wir abends oft in Spielhallen oder Eisdielen waren, in denen überall Musikboxen standen und ununterbrochen spielten. Mir fiel auf, dass dort häufig der Song „Tutti Frutti“ lief, und zwar von Pat Boone. Als ich einen genaueren Blick auf die Titel-Auswahl einer Box warf, sah ich erstmals den Song „Blue Suede Shoes“ von Elvis Presley. Natürlich wählte ich diesen Titel, um endlich zu wissen, was unser Freund da immer von sich gab. Zu meinem Erstaunen stellte ich dabei fest, dass die Rückseite „Tutti Frutti“ hieß, also der Song, den ich bis dahin sehr gerne von Pat Boone gehört hatte. Als ich dann Elvis mit diesem Song hörte, musste ich gestehen, dass mir Pat Boones Version zunächst besser gefiel. Erst später bevorzugte ich dann die Elvis-Fassung. Elvis’ „Blue Suede Shoes“ jedoch hatte mich sofort total begeistert.

Ein weiterer englischsprachiger Titel, den ich damals sehr mochte, war 1957 Johnny Duncan mit „Last Train To San Fernando“ gewesen. Zwar besaß ich zu dieser Zeit noch keinen eigenen Plattenspieler, hatte mir aber trotzdem die Johnny Duncan-Platte gekauft, die ich dann bei meiner frisch verheirateten Schwester bis zum Erbrechen immer wieder auf einer Musik-Truhe abspielte. Aber nun war da ja noch dieser Elvis Presley aufgetaucht, der mir nicht mehr aus dem Sinn ging. Ich lief bald also durch die Plattenläden in meiner Heimatstadt Bochum, um nach Elvis zu fragen. Heute weiß ich, dass ich damals nach und nach alle Songs von „RCA“ kaufte, die zuvor schon unter dem „Sun“-Label in Memphis erschienen waren. Anfang 1958 sah ich dann meinen ersten Elvis-Film „Gold aus heißer Kehle“ („Loving You“) im Kino. Diese Songs – besonders der Titelsong „Loving You“ – haben mich völlig begeistert. Von da an gab es für mich nur noch Elvis!

Ich gründete einen Elvis-Fanclub und arbeitete eng mit Fritz van den Boogard zusammen, der in Düsseldorf einen tollen Elvis-Club führte. Er brachte monatlich die „Elvis Presley Post“ heraus, die wir als Club-Zeitung nutzen durften. Meine Elvis-Begeisterung war inzwischen so groß geworden, dass ich 1959 mit einem Freund mit dem Moped nach Bad Nauheim fahren wollte, um Elvis zu sehen. Leider gab das Gefährt aber einige Tage vorher seinen Geist auf, und wir konnten nicht fahren.

Ein unvergessliches Erlebnis war wenige Jahre später für uns Elvis-Fans, als wir von der „Paramount“-Filmgesellschaft nach Düsseldorf zu einem Treffen eingeladen wurden. Wir fuhren mit einem LKW durch die Stadt und warfen Flyer mit Werbung für den neuen Elvis-Film „Blue Hawaii“ vom Wagen!

Ein weiteres einzigartiges Erlebnis war für mich mein Abschied aus Bochum nach Schleswig-Holstein. Aus beruflichen Gründen zog ich in die Nähe von Kiel. Ende November 1963 hieß es, Abschied aus Bochum zu nehmen. Ich hatte einen Elvis-Keller, in dem ich mit Freunden an diesem Tag von mittags bis in die Nacht mit Elvis-Musik Abschied gefeiert habe. Der absolute Höhepunkt aber war, als alle mich nachts zum Bahnhof brachten. Mein Zug nach Kiel fuhr um 24.00 Uhr. Von 23.00 Uhr bis zum Einstieg in den Zug wurde Elvis auf dem Bahnsteig mit einem Plattenspieler gespielt, der mit Batterien betrieben wurde. Beim Einstieg in den Zug erklang dann „Muss i denn zum Städtele hinaus“. Da konnte ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten und habe hemmungslos geweint.

In Kiel übernahm ich die Geschäftsführung eines der Elektrogeschäfte meines Schwagers und erweiterte das Sortiment der dortigen Schallplatten-Abteilung durch zahlreiche Elvis-Platten. Eines Tages kam ein 16-jähriges Mädchen ins Geschäft und wollte eine Schallplatte von dem damals auch sehr bekannten Freddy Quinn kaufen. Ich aber meinte, dass Freddy zu einem so jungen Mädchen doch gar nicht passe und drehte ihr stattdessen die Elvis-EP „Flaming Star“ an. Einige Tage später traf ich sie am Ostsee-Strand wieder und fragte sie, ob sie die Platte schon gehört habe. Sie antwortete, dass ihr der Song „Summer Kisses, Winter Tears“ ganz gut gefalle. Ein richtiger Elvis-Fan wurde sie nie, aber sie wurde später… meine Frau! Ein großer Elvis-Fan ist dafür aber unser Sohn geworden.

Ebenfalls in Kiel habe ich in jenen Jahren auch noch einen anderen riesigen Elvis-Fan namens Holger kennengelernt. 1966 reiste dieser mit seiner Frau nach Memphis. Am Eingangstor von Graceland bat er einen Wächter, Elvis auszurichten, dass er extra mit seiner Frau aus Deutschland gekommen sei, um ihn zu sehen. Der Wächter ging tatsächlich ins Haus, kam zurück und sagte, Elvis lade die beiden zu einem Kino-Besuch nachts um 24.00 Uhr in Memphis ein. (Es ist heute ja bekannt, dass Elvis öfter ein Kino für sich privat mietete). Als die beiden dann um 23.45 Uhr am Kino ankamen, war niemand da. Mein Freund fragte bei der einzigen zu sehenden Person nach und erklärte, dass er von Elvis eingeladen worden sei. Er bekam jedoch die Auskunft, dass hier heute keine Vorstellung mehr sei. Enttäuscht machten die beiden kehrt, um wieder ins Hotel zu fahren. Sie fuhren nur wenige Meter, als ihnen plötzlich ein Cabrio entgegen kam, indem Elvis und Priscilla saßen. Es klappte also doch noch! Im Kino saßen mein Freund und seine Frau kurz darauf einige Reihen hinter Elvis und Priscilla, und als Elvis während des Films aufstand um das WC in Begleitung seiner Wächter aufzusuchen, ging er hinterher und stand schließlich Elvis gegenüber. Er nahm allen Mut zusammen und fragte Elvis, warum er selber so belanglose Filme drehe. Elvis soll nur den Kopf gesenkt und nicht geantwortet haben. Ich habe noch heute die Postkarte, die mein Freund mir damals aus Memphis geschrieben hatte und in der er sehr bedauerte, dass ich das nicht miterlebt habe. Noch eine kleine Bemerkung dazu: Die Frau meines Freundes war zunächst alles andere als ein Elvis-Fan gewesen. Nachdem sie ihn aber persönlich gesehen hatte, wurde sie ein Riesen-Fan! Mein Freund lebt heute leider nicht mehr, nur noch seine Frau.

Von Elvis’ Tod habe ich am 17. August 1977 zuerst morgens im Autoradio erfahren. Abends, als die Nachricht im Fernsehen in der „Tagesschau“ erschien, habe ich meinen Tränen freien Lauf gelassen. Mein großes Jugend-Idol war nicht mehr unter uns. Elvis’ Tod hat mich tief getroffen. Meine Jugendzeit mit Elvis gehört zu den schönsten Erinnerungen in meinem Leben.

Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich auch heute noch mit 77 Jahren ein großer Elvis Presley-Fan bin. Bis heute hat meine Achtung vor Elvis an nichts verloren. Er war ein guter und hilfreicher Mensch, der immer für seine Fans und in Not geratene Menschen da war. Über 60 Jahre lang führe ich nun ein Leben mit Elvis. Ich besitze alle seine erschienenen Vinyl-Platten von der Single über die EP bis zur LP. Dazu kommen noch viele CDs, die ich mir fürs Auto dazugekauft habe. Ich besuche gerne Konzerte mit Elvis-Darstellern oder das Elvis-Musical mit Grahame Patrick. Auch den Besuch Bad Nauheims habe ich inzwischen geschafft. Ansonsten besuche ich täglich die sehr informative Elvis-Webseite von „The King’s World“, für die ich mich ganz herzlich bedanken möchte. Euch gehört mein großer Respekt für die tägliche Arbeit rund um Elvis!
Werner Kuberka (Nortorf)






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